Billig Kredit

Was Ist ein Dispokredit und Wie Kann Man Ihn Bekommen

Dispokredit ist das umgangssprachliche Wort für einen Dispositionskredit. Der Dispokredit, auch Überziehungskredit genannt, ähnelt prinzipiell dem Kontokorrentkredit zwischen Banken und Unternehmen und wurde für Privatpersonen in der Bundesrepublik Deutschland 1968 eingeführt.

Die Zinsen für diese Art des Kredites sind sehr hoch, bis zu 14% und mehr.

Hier können Privatpersonen bei ihrer Bank ihr Girokonto (Kontokorrentkonto) bis zu einer vereinbarten Kreditlinie überziehen. Sicherheiten werden dafür im Regelfall nicht benötigt.

Voraussetzung ist allerdings meist, dass die Bank die Zahlungsaus- und eingänge eine Zeit lang beobachten kann um zu sehen, wie viel Geld der Kunde durchschnittlich einnimmt.

Der Kreditrahmen wird durch das zwei- bis dreifache der festen monatlichen Zahlungseingänge (z. B. Nettogehalt, Unterhalt, Rente etc.) bestimmt.

Prinzipiell sollte bei der Gestaltung des Kreditrahmens beachtet werden, dass man den Kredit möglichst innerhalb von zwei bis drei Monaten problemlos zurückzahlen kann, da sonst schnell eine laufende und wachsende Verschuldung entsteht.

Der Kunde ist grundsätzlich verpflichtet, innerhalb des vereinbarten Rahmens zu disponieren. Überschreitungen des vereinbarten Dispokredit sind sinnvollerweise mit der Bank abzustimmen.

Eine Kündigung des Dispokredites durch die Bank ist mit kurzer Frist möglich und wird grundsätzlich dann durchgeführt, wenn sich die Zahlungszugänge deutlich verändern – z. B. durch den Bezug von Arbeitslosenunterstützung anstatt Lohn sowie Gehalt oder Konto in Abwicklung. Für die Nutzung des Dispokredites fallen tageweise Sollzinsen an.

Beim Überziehen des festgelegten Kreditlimits fallen zusätzlich Überziehungszinsen an. Die Zinsen werden im Rahmen des Rechnungsabschlusses meist quartalsweise dem laufenden Konto belastet.

Der Zinssatz für den Dispokredit ist variabel und richtet sich nach den aktuellen Marktzinsen. Zinsen werden nur für den Betrag fällig, der auch tatsächlich genutzt wurde. Er ist also variabel einsetzbar und kann genauso variabel zurückgezahlt werden. Die Zinsen sind im Vergleich zu anderen Kreditformen relativ hoch.

Aus diesem Grund sollte eine Umschuldung in einen Ratenkredit vorgezogen werden, wenn der Dispokredit dauerhaft in Anspruch genommen wird. Gerade wenn man mit einem höheren Betrag im Minus ist, sollte man unbedingt erwägen, den Dispo durch eine Rückführungsvereinbarung oder einen Ratenkredit zu günstigeren Konditionen abzulösen.

Am Besten ist es, sich selbst keinen hohen Dispo einzuräumen. Denn so kommt man nicht in Versuchung erst viel Geld auszugeben. Falls dann einmal schlechtere Zeiten kommen, kommt man nicht sofort in finanzielle Bedrängnis.

Denn ein Dispo sollte nur für „schlechte Zeiten“ sein, d.h. wenn man mal für ein paar Tage kurzfristig Geld braucht. Für eine langfristige Finanzierung ist er äußerst ungeeignet, da die Zinssätze einfach viel zu hoch liegen.

Der Dispositionskredit ist im BGB in den §§488 ff, insbesondere im §493 geregelt. Keine Anwendung auf den Dispositionskredit finden §492 (Verbraucherdarlehensverträge) und §495 (Widerrufsbelehrung).

Wird kein gesonderter Kreditvertrag abgeschlossen, ist die Bank verpflichtet, den Kunden über die vereinbarte Kreditlinie, den Zinssatz und die Regeln zur Änderung des Zinssatzes und der Kündigung des Kredites zu informieren.

Diese Bedingungen können sich ständig ändern, weshalb die Bank verpflichtet ist, einen dementsprechenden aktuellen Aushang zu haben.


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